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Wie das Rotkehlchen endlich zum Rotkehlchen wurde « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »

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Wie das Rotkehlchen endlich zum Rotkehlchen wurde



In unseren Gärten finden wir oftmals einen hübschen kleinen Vogel. Wäre da nicht der rot-orange Brustfleck, hielte man ihn für völlig unscheinbar.
Doch wie kam es zu diesem hübschen Federnschmuck?
Davon will ich Euch erzählen.
Als kleines Mädchen wurde mir das in etwa so in mein Herz gepflanzt ...



Vor ewiglangen Zeiten erschuf unser aller Herrgott die Welt und damit auch Pflanzen, Blumen, und unterschiedlichste Tiere in allen Größen und Formen, zu Wasser, zur Erde und in der Luft.
Die Schöpfung war so weit ja schön und gut, aber ziemlich eintönig.
Farblos, bzw. fast etwas langweilig; deshalb waren die einzelnen Individuen nur sehr schwer zu unterscheiden.

Der liebe Gott saß auf seinem Wolkenthron und da kam ihm die Idee: man müßte jedem eine andere Farbe, vielleicht sogar ein Muster geben ...
Er ersann nun geeignete Farben. Für jedes der Geschöpfe mußten diese auch spezielle Eigenschaften besitzen ... wasserunlöslich für die Wasserlebewesen, hitzebeständig für Wüstenbewohner, usw.
Ich kann Euch verraten, das war ganz schön anstrengend, sich das einfallen zu lassen.

Dann kam der ersehnte Tag. Die Spannung und Aufregung war kaum auszuhalte!
Heute sollten die ersten Blumen und Tiere Farbe erhalten.
Keiner konnte sich vorstellen, was Farbe ist. Wie sie sich wohl anfühlt?
Eins nach dem anderen erschien vor dem Wolkenthron auf welchem unser Herrgott thronte, drehte sich langsam, sodaß der sich rundum genau anschauen konnte und dann ... dann gab er dem Geschöpf seinen Namen und seinen Engerln die Anweisung zur Farbgestaltung. Ganz nach seinen Vorstellungen erhielten die einen mehr, andere weniger Farbe. Die einen wurden mit Glitzerstaub angehaucht, andere nur so viel, daß sie grade leicht schimmerten, wieder andere wurden in dezenteren Farben gehalten.
Anfangs war es sogar noch so, daß die Engerln sehr großzügig mit den Farben umgingen. Gegen Abend zeigte sich langsam, daß es knapp werden könnte mit all der Pracht.
Freilich wurden die Tiere bereits ab Mittag nicht mehr soooo prächtig ausgestattet. Aber später dann gab nur noch wenige Farbkleckse ...

Ganz zum Schluß trat ein kleiner, unscheinbarer grauer Vogel vor unsern Schöpfer. Der besah sich das Vöglein ganz liebevoll und meinte: "Du sollst Rotkehlchen heißen."
"Danke, Herr! Das ist ein schöner Name." freute sich das Vögelchen.
Doch als es zu den Engeln kam ... da ... da ... war ... kein einziger Farbtropfen mehr. Nichts! Alles war aufgebraucht.
Freilich versuchten die Engerln das vor dem Vogel zu verheimlichen und taten mit den Pinseln so als ob ...

Unser Vögelchen schritt hocherhobenen Hauptes in Richtung seines Nestes. Jeder sollte sehen, wie schön es war. Jedem, der es nach seinem Namen fragte, erzählte es stolz: "Rotkehlchen ist mein Name! Das sieht man doch!"
Nun, irgendwie wunderte es sich über die eigenartigen Reaktionen der anderen, aber es ist halt so, dachte sich der kleine Vogel.
Erst als er an einer kleinen Wasserpfütze Halt machte um zu trinken, besah er sich im Wasserspiegel.
"Ähhh, der Schöpfer nannte mich doch Rotkehlchen und die Engel hatten doch gepinselt ... oder etwa nicht? Nur, ich seh kein einziges Federchen, welches rot ist oder so ähnlich ..." Das Rotkehlchen ohne rote Kehle dachte angestrengt nach - es konnte sich das nicht einfach nicht erklären. Ob da wem ein Fehler passiert ist?

Nach einer Weile faßte es sich ein Herz und kehrte, laut vor sich hingrummelnd, zu unserm Herrgott zurück.
Der wollte eben die Pracht und Herrlichkeit seiner Schöpfung begutachten, als ein kleiner Vogel ihn mit seinem Schnabel am Saum zupfte und ziemlich laut für seine geringe Größe nach seiner 'roten Kehle' fragte.
"Herr, ich will ja gewiß nicht meckern, aber findest du nicht auch, daß kein einziges Federchen in rot an mir ist, das meinen Namen rechtfertigt?!"
Unser Herr schaute zum Tierchen hinab - und schaute - und schaute -
"Du hast recht, kleiner Vogel, auch ich kann nirgends rot an deinem Gefiedert entdecken." Ihr könnte Euch vorstellen, wie peinlich ihm das war!
Er hob den kleinen Vogel sachte auf. Mit einem Finger strich er sanft über das flauschige Federkleid.
"Liebes Rotkehlchen! Du hast ein Recht grantig zu sein. Doch ich denke, so tapfer und mutig wie du bist und dich sogar getraut hast zu mir zu kommen und dich zu beschweren, da wirst du einen Weg finden und dir deine roten Federn selber verdienen."
"Das ist höchst ungerecht!" maulte das Vöglein, "die andern sind bunt, glänzend und prächtig und für mich ist nicht ein Pünktchen geblieben!"
"Ja, Rotkehlchen, was soll ich tun? Aber glaube mir, DU wirst dir dein Rot erwerben und alle Welt wird stolz auf dich sein und dann für alle Zeiten darüber berichten."
"Schöner Trost ... danke" damit verabschiedete es sich traurig und flog gesenkten Köpfchens nach Hause.

Viele Jahrhunderte zogen ins Land.
Von einer Vogelgeneration zur nächsten wurde davon erzählt, wie das war, daß sie Rotkehlchen heißen, keine einzige rote Feder haben und sich die Farbe selber verdienen müssen.
Was immer die Vöglein taten, wie tapfer sie sein mochten, wenn sie die Jungen verteidigten, oder die Menschen durch ihr Gezwitscher vor aufkommendem Gewitter warnten, und vieles anderes mehr ...
Sie bekamen kein rotes Federchen!
Schon begannen einige zu tuscheln, daß dies alles nur eine Geschichte sei ohne Wahrheitsgehalt ...

Dann ... es war im gelobten Heiligen Land, vor gut 2000 Jahren, da geschah es!

Eben waren Vater und Mutter Rotkehlchen dabei ihre Kinderchen zu füttern. Dabei mußten sie zum wiederholten Male die Geschichte von damals, von der Welterschaffung, erzählen.
"Aber wann, Papa, wann wird das sein, daß wir eine rote Kehle bekommen?"
Ein anderes: "Mama, Mama, was meinst du, müssen wir tun?"
Ach, die Kinderchen stellten hunderte Fragen und die armen Eltern wußten keine Antwort.

Dann machte sich Papa-Rotkehlchen erneut auf um Futter für die Kleinen zu bringen.
Da sah er eine großé Menschenmasse sich durch die Stadt in Richtung Berg wälzte. Drei Männer wurden unter lautem Gejohle und mit Hieben angetrieben. Einer der Männer dauerte den Vogel ganz besonders. Er mußte selber ein schweres Kreuz schleppen und brach wohl auch darunter zusammen. Seltsam war, er hatte eine Art Krone auf dem Kopf ...
Was sollte es tun? Es fürchtete sich sehr vor den Menschen und vor dem lauten Lärm! So blieb es sicherheitshalber weiter weg.

Dann - endlich - hatten die Menschen ihr Ziel erreicht.
Sie schlugen alle drei an ein Kreuz und richteten diese dann auf. Der, der in der Mitte war, war der mit dieser eigenartigen Krone.
Das große "Schauspiel" schien vorüber und die Menschen wanderten wieder zurück in die Stadt. Nur eine Handvoll Leute war noch da und ein paar mit eigenartigen Blechanzügen ...
Das Rotkehlchen flog tapfer näher heran und setzte sich dann auf das Kreuz. Das Köpfen bewegte es von einer Seite auf die andere um genauer zu sehen, was das ist, daß der Mann da auf dem Kopf hatte. Erst jetzt erkannte es, daß das auf dem Kopf lauter Dornen waren. Die stachen ihm tief in den Kopf! Er blutete schrecklich!
"Armer Mann!" versuchte da das Vögelchen zu trösten, "ich will versuchen dir das leichter zu machen so gut ich's kann." Und dann begann es ganz vorsichtig einige Dornen, die besonders in die Stirn drangen, herauszuziehen. Mit aller Kraft zog es an den Dornen.
Dabei passierte es!
Ein oder waren es zwei Blutstropfen trafen dabei die Brust des kleinen Vogels und ein kleiner Spritzer traf auch die Augenpartie. Das war dem Vogel einerlei. Tapfer versuchte es die Schmerzen des Mannes zu lindern.
Ein gütiger Blick traf das tapfere Tierchen und der Mann schenkte ihm trotz aller Schmerzen ein kleines Lächeln und hauchte: "Danke, jetzt hast du sie ..."

Erst als das Rotkehlchen merkte, daß der arme Mann gestorben war, hörte es auf die Dornen zu zupfen.
Müde und ohne Futter kehrte es zu seiner Familie zurück.
Ach, was waren die entsetzt, weil der Vogelpapa so voller Blut heimkam. Die Kleinen vergaßen sogar darauf ihn um Futter anzubetteln. Auch die Vogelmama war tief besorgt.
Nach einer langen Weile, der Papa hatte sich von der Anstrengung schon etwas erholt, begann er von seinem Erlebnis, von dem armen Mann, von den Dornen ... zu reden.

"Ach, du armer du! Flieg nur noch rasch zum Bach und versuche dich zu waschen." Die Vogelmama dachte, das könnte ihm etwas ablenken von dem schlimmen Geschehnis und ihm Ruhe bringen.
Der Rotkehlchen-Papa flog ans Wasser und begann sich ausgiebig zu waschen, zu baden, zu schrubben ... Egal, was immer es versuchte, dieser rote Blutsfleck blieb.
Es breitete sich bereits die Dunkelheit über die Stadt und die ganze Umgebung aus, als der Vogel bei den Seinen ankam.
"Ich weiß nicht warum, aber das geht einfach nicht weg." sagte er.
"Laß es gut sein, lieber Gatte, morgen versuchst du es erneut und dann ... Du wirst sehen!" tröstete ihn seine Frau.
Sie alle kuschelten sich eng zusammen und waren sehr, sehr froh, daß sie einander hatten.

Doch dann, am frühen Morgen, ...
Was war das?
Plötzlich hatte nicht nur Herr Rotkehlchen einen roten Brustfleck, sondern auch Frau Rotkehlchen und ... ja, sogar die Kinderchen!
Aufgeregt flatterten und zwitscherten sie!
Wie konnte das geschehen?
Bald hörte man von allen Seiten Rotkehlchen außer sich vor Überraschung zwitschern und wirbeln. Keiner wußte, woher der rote Fleck da plötzlich kam.
Schließlich begriff unser Vogelpapa: "ER war es! ER hatte sich und den Seinen die roten Federn verdient! ER mit seinem Herzen, seinem Mitgefühl, mit seinem Versuch die Dornen zu entfernen, es geschafft! Endlich sind sie wahre Rotkehlchen geworden!"

Und Ihr?
Habt Ihr erraten, wem das Rotkehlchen versuchte die Dornen aus der Stirn zu zupfen?
Genau!
Das war damals auf dem Berg Golgotha, als unser Heiland Jesus auf dem Kreuz gestorben ist.

Danke, liebes Rotkehlchen!








6. 4. 2018
@eea



** Astronome (eine exakte Wissenschaft auf Grund von Berechnungen), div. Forscher, Bibelforscher und viele andere namhafteWissenschaftler haben errechnet, der 1. Karfreitag, an dem unser Herr Jesus gestorben ist, tatsächlich ein Freitag und das Datum der 3. 4. 33 n. Chr. war.
Abgesehen von den genauen Berechnungen gab es vor allem historische Ereignisse, welche mit denen in der Bibel völlig übereinstimmten.
In der Bibel wird von Finsternis, starken Beben, schlimme Verwüstungen, usw. berichtet, die just zur Sterbeminute Christ stattfand. Und in der Tat ereigneten sich es an diesem Tag für Menschen in der damaligen Zeit Dinge mit bösen Vorzeichen. Da war zu einen eine totale Sonnenfinsternis dazu zur selben Zeit ein sehr, sehr starkes Erdbeben, welches weite Landesteile verstörte und verwüstete - so auch den Tempel von Jerusalem!
07.04.2018 13:32 katze_edith ist offline E-Mail an katze_edith senden Beiträge von katze_edith suchen Nehmen Sie katze_edith in Ihre Freundesliste auf

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