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katze_edith katze_edith ist weiblich
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Von der grausamen Rosalie ... Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springenZum Ende der Seite springen

Heute berichte ich Euch von Rosalie.
Eigentlich ist das ein sehr schöner Name und in der Fantasie stellt man sich ein liebeswürdiges Fräulein vor.


Von der grausamen Rosalie ...








Als Mädchen wurde sie dem gütigen und als sehr gerecht geltenden Fürsten vermählt. Doch so gütig und freundlich dieser war, so herzlos und grausam war Rosalie. Sie behandelte die Untertanen wie Vieh und sie waren für sie Freiwild.
War jedoch ihr Gemahl zugegen, bemühte sie sich zu zügeln. Denn sie konnte wohl erahnen, daß der menschenfreundliche Herr ihre Art mit den Bediensteten umzugehen nicht dulden würde. Sobald jedoch der Burgherr unterwegs war, standen Grausamkeiten und arge Willkür auf der Tagesordnung und lehrte das Volk das Fürchten.

Einmal geschah es, daß auch der mildtätige Fürst in einen Krieg ziehen mußte. Nun war Rosalie auf der Burg die alleinige Herrin über das Fürstentum mit samt seinen Untertanen. Besonders schlimm war es für die armen Kleinbauern. Diese peinigte und quälte sie auf das Schrecklichste! Ohne Erbarmen forderte sie pünktlichst die Abgaben. Wehe, es fehlte auch nur ein Groschen! Dann wanderte der sogleich in den Schuldturm. Egal - ob schuldig oder unschuldig - wer ihr nicht zu Gesicht stand, wurde gepeinigt, gefoltert und mußte im schwarzen Turm Hungers sterben. Es verging kein Tag, an dem nicht für die gesunde Rückkehr des gütige Fürsten gebetet wurde.

Nach vielen Jahren endete das Kriegsscharmützel und die Gebete wurden erhört. Der Fürst kehrte heim. Doch was er sah, gefiel ihm nicht. So mischte er sich unter sein Volk, das ihm von den Unterdrückungen, vom Leid und den Grausamkeiten seiner Gemahlin klagte. Das machte den Fürsten traurig, denn er hatte gehofft, daß Rosalie, die äußerlich einem Engel glich, seinen Willen gerecht werden würde. Er versprach seinen Leuten Fürstin Rosalie zur Rechenschaft zu ziehen.

Bald war es so weit.
Der Fürst gab ein großes Festmahl und lud dazu viele Gäste. Wie es zu dieser Zeit war, berichtete er von seinen Kriegserlebnissen und anderen Erlebnissen. Irgendwann kam er auf eine gar hartherzige Frau zu sprechen, die ihre Untertanen auf das Grausamste peinigte, quälte, ausbeutete, ... und viel Schreckliches mehr. Seine Erzählung hatte alle schlimmen Taten seiner Gemahlin zum Inhalt, von denen seine Bauern ihm geklagt hatten.
Am Ende der Geschichte wollte er von jedem seiner Gäste wissen, wie solch sträfliches Handeln wohl zu bestrafen wäre. "Für dieses schändliche Weib? Nur der Tod ist gerecht für die!"! Einhellig schallten diese Worte durch die Hallen. Da schaute er seine Gemahlin an und fragte auch sie nach ihrem Urteil.
"Sag an, Rosalie, welche Strafe fändest du angemessen?"
Ohne auch nur mit einer Wimper zu zucken verkündete sie: "Wenn ich ein Urteil zu fällen hätte, dann würde ich diese Frau an eine Stange binden und diese quer in einen tiefen Schacht hängen, wo sie Hungers sterben sollte!"
Da erhob sich der Fürst, wandte sich zu seiner Gattin und sprach: "Wohlan denn! Rosalie, du hast soeben dein eigenes Urteil gesprochen!"

Die grausame Fürstin Rosalie wurde an Seile gebunden in den Burghof geführt. Dort wurde ein Querholz angebracht. Sodann wurde sie zum schwarzen Turm gebracht, wo während ihrer Alleinherrschaft viele starben. Dort wurde sie nun hinab gelassen und hing nun über den Gerippen vieler von ihr gefolterten. Da hing sie nun. Ohne Tageslicht und ohne Essen!
Alle Viertelstunden trat einer der Burgwachen an die kleine Turmöffnung und rief hinunter: "He! Du!"
Dann war ein grauslicher Schrei zu hören.
Viele Tage vergingen. Eines Tages war es still im Turm. Rosalie hatte wohl ihr Ende gefunden ...

Über viele Jahrhunderte, so ging die Kunde, schwebte ein Geist in Frauengestalt um den schwarzen Turm.
Im Volk hieß es: "Das ist die grausame Rosalie! Sie wartet auf ihre Erlösung!"
Mit der Zeit waren sich die Menschen nicht mehr so sicher - was ist wahr, was ist eine Sage.
Über so lange Zeit schien es als verflüchtige sich dieser Gespensterspuk. Manchmal meinten die Leute, als bäte sie ihr doch "He! Du!" zuzurufen ...

Eines Tages sann ein Nachkomme Rosalies auf einer Anhöhe nahe der Burg eine Kapelle zu errichten. Diese wurde mit einer Messe eingeweiht und erhielt zum Gedenken an die Fürstin den Namen "Rosalien-Kapelle".
Es heißt, seit diesem Tag habe die grausame Rosalie endlich ihre Ruhe gefunden ...






Zunge raus
Rosalia - so hieß u. a. eine Schwester meiner Mutti. Sie war eine äußerst gütige, sehr schöne Frau.
Deswegen verlockte es mich umso mehr, diesen schönen Namen einmal in einer grauslichen Geschichte vorkommen zu lassen. In einer Geschichte, die so überhaupt gar nicht zu ihr paßt!

4.1/2017
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04.01.2017 20:16 katze_edith ist offline E-Mail an katze_edith senden Beiträge von katze_edith suchen Nehmen Sie katze_edith in Ihre Freundesliste auf

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