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Geschrieben von katze_edith am 18.04.2018 um 23:08:

  Lena, Lisa, Luna ... Lego


Lena, Lisa, Luna ... Lego




Wie Ihr Euch denken könnt, sind unsere beiden Hauptdarsteller Elisabeth und Magdalene. Sie sind Zwillingen und sie lieben es mit Lego zu spielen, zu bauen und damit in ihrer Fantasie-Welt viele Abenteuer zu erleben.

Wissen sollte man auch, daß Mama Tina schon als kleines Mädchen vom Legomania erfaßt wurde - folgerichtig - diese Vorliebe zu den Plastiksteinchen übertrug sich auf ihre Schätze!
Ich meine: Eh klar!

Heute wollte Lena einmal keinen Bauernhof mir Tiere drin bauen, heute gedachte sie einen Hubschrauber oder so was Ähnliches bauen. Zumindest sollte es fliegen können. Mama hatte da einen Bausatz besorgt, bei dem sogar ein kleiner Motor und Batterien dabei waren.
"Wow! Toll! Bis jetzt hab ich alles ganz allein geschafft! Juhuuuu!"
Lena war beinahe fertig und höchst aufgeregt - würde ihr Brummer wirklich fliegen?
Oh, da fehlt ja noch das Wichtigste - die Rotorflügel.
Sie schaut in die Schachtel - he, da waren noch Teile drin.
Flink das Sackerl ausleeren und dann zusammen bauen ...
Hei, wie sie sich freute! Mit jedem Steinchen mehrte sich die Freude!

Grade, als sie die letzten beiden Steinchen zum Rotor hinzufügen wollte, passierte es ...

Woher auch immer - plötzlich krachte ein Etwas auf das schöne Flugobjekt. Ein Etwas, das wie eine Puppe aussah.
Eine Puppe?
"Woher kommt die denn so gachs?"
Nach dem ersten Schrecken erfolgte sogleich der nächste ...
O weh! Alle Mühe war vergebens! Diese echt deppate Puppe war ausgerechnet auf ihren wunderschönen Hubschrauber gelandet. Der war schon deshalb etwas so Besonderes, weil Lena ihn ganz allein, ohne Mama (!!) zusammengebaut hat!
Und jetzt?!
Alles Einzelteile!
Lena war wütend! Sie schrie, tobte ... Sie ergriff die blöde Puppe und donnerte sie in hohem Bogen durchs Zimmer in eine Ecke.
"Aua, das tut ja weh!" hörte Lena ein feines Stimmchen sich beschweren.
"Jetzt reicht's mir aber, Elisabeth! Das sag ich der Mama" schimpfte sie. "Mamaaaa! Mamaaaa! Die blöde Elisabeth hat mir meinen Flieger hing'macht!"
Unten im Wohnzimmer saßen Mama und Lisa beisammen und wunderten sich gar sehr über Lenas Anschuldigung.
"Ich hab' ja gar nichts g'macht!" rief Lisa hinauf und wußte nicht, worüber Lena sich so aufregte.
"Lena, was ist denn passiert?" wollte Mama wissen.
HM! Irgendetwas scheint da nicht stimmen!
Wer, zum Kuckuck, hat eben in ihrem Zimmer sich beklagt, wenn Mama und Lisa unten im Wohnzimmer waren?

Leise schlich Lena auf Zehenspitzen zur Stiege und einige Stufen hinunter. Vorsichtig spähte sie ums Eck.
Äußerst seltsam!
Da saßen Mama und Lisa tatsächlich beim kleinen Couchtisch und bauten zusammen eine Burg für die Barbie-Puppen auf.

Lena setzte sich auf eine Stufe und grübelte ...
Nach einer Weile schlich sie wieder ebenso leise in ihr Zimmer zurück. Auf der Stiege war ihr nichts G'scheites eingefallen - aber vielleicht in ihrem Zimmer?
Da hörte sie ein leises Kichern.
Wie von einer Tarantel gestochen fuhr sie herum.
"Wer lacht denn da?" wollte sie wissen. So sehr sie ihre Augen auch bemühte, sie konnte keine Menschenseele entdecken. Nur diese deppate Puppe in der Ecke ... die so gar nicht in ihr Zimmer paßte.

Aber ... seltsam ... die Puppe lag gar nimmer so verrenkt im Eck. Sie war nicht wirklich kaputt, sondern saß da und schaute sie an. Es schien Lena beinahe, als würde sie sie anlächeln und ... ihr zuzwinkern!
"Ich glaub, ich spinne." Lena rieb sich die Augen.
Da, jetzt lacht die Puppe zu allem Übel auch noch!

Ihr hättet in diesem Augenblick das Gesicht unseres Mädels sehen müssen!
Ungläubig starrte sie diese Puppe an. In wenigen Schritte ging Lena hin. Am Ende ist das gar keine Puppe?
Aber was denn sonst?
"Hallo, ich bin Luna!"
Gut, daß Lena dieses geheimnisvolle Etwas noch nicht hochgehoben hatte.
"Hääää?! Sag das noch einmal!" Lena schüttelte den Kopf und zu sich selber sagte sie: "Jetzt gehe ich schon in die 3. Klasse und dann ... dann höre ich eine Puppe reden! ... Das darf ich keinem erzählen! Die halten mich sofort alle für total beknackt in meinem Oberstübchen!"
Fluchtartig verließ sie ihr Zimmer und radiert zu Mama hinunter. Ganz eng kuschelte sie sich an diese und hoffte, nach einer gewissen Zeit würde der Spuk vorüber sein.

Nach dem Abendessen hieß es: "Ab ins Badezimmer und dann macht euch bettfein!"
Lisa war verwundert ob Lenas seltsames Verhalten seit dem Nachmittag.
Beim Zähneputzen fragte sie: "Sag, Lena, was war denn los? Warum bist du so grantig?"
"Nix!" knurrte Lena wortkarg und streifte sich den Pyjama über.
Obgleich sie bettfertig war, verspürte sie nicht die geringste Lust in ihr Zimmer zu gehen. Irgendwann ließ es sich nicht mehr hinauszögern und flink wie der Wind verschwand unser Mädel unter der Bettdecke.
Mama gab ihren Schätzen noch ein Bussi, wünschte eine gute Nacht und löschte die Lichter.

Plötzlich - da zupfte was an der Decke. Sofort saß Lena senkrecht im Bett.
Da saß die Puppe doch auf ihr und ... sie redete.
"Laß mich in Ruhe! Es gibt keine Puppen, die wie wir Menschen sprechen können! Die gibt es NICHT! Hörst du?!"
"Ich bin doch keine Puppe." sagte das feine Stimmchen
"Was denn sonst?" Lena schlüpfte wieder unter ihre Decke, zog die ganz fest über den Kopf und dachte, wenn ich sie nicht sehe, dann gibt es sie vielleicht wirklich nicht ...
"Duuu," sagte das zarte Ding, das keine Puppe sein wollte und tippte zart auf die Decke, "ich bin echt keine Puppe. Ich bin die kleine Fee Luna. Eigentlich sollte ich ja erst abends mit dem Fiegen-Lernen anfangen. Doch ich bin sooooo schrecklich neugierig und konnte es nicht erwarten. Dann sah ich dich. Du hast mir gefallen ..." nun hatte das feine Stimmchen etwas Trauriges an sich.
Mit einem 'Ruck saß Lena wieder auf. "Ja und dann hast du meinen Hubschrauber kaputt gemacht!"
"Entschuldigung, das wollte ich nicht." flüsterte jetzt Luna, "Weißt du, ich bin doch sooo unendlich neugierig. Und dabei hab ich aufs Flattern vergessen ... Aber du hast mir auch weh getan und schau nur --- ein Flügel ist kaputt."
Nun kullerten ein paar Tränchen aus Lunas Äuglein.
Da waren in echt 2 zarte Flüglein zu erkennen. Eines hing geknickt herunter ... '
Ich seh schon Gespenster ...' und sie überlegte ob sie krank sei
"Komm unter meine Decke." Lena hob einen Zipfel hoch und Luna schlüpfte darunter. "Morgen wollen wir nachdenken - aber, bitte, kein Wort mehr." Lena nahm sich fest vor, morgen würde alle sein wie immer.

Dann schliefen beide ein.

Wie gut, daß Ferien waren.
Nach dem Frühstück brachte Lena der Fee ein bisserl von ihrem mit. Luna hatte noch nie so Menschenessen gekostet. Feen essen und trinken normalerweise nur Blütennektar und Tautropfen.
"Was machen wir jetzt?" Lena schaute Luna an.
"So kann ich nicht mehr fliegen." traurig besah Luna ihren verletzten Flügel.
"Hm," überlegte das Mädchen.

Lisa, sonst immer in Lenas Nähe, wunderte sich, daß sich ihre Schwester seit gestern Nachmittag recht sonderbar verhielt.
Auch Mama fand es eigenartig. Die beiden Mädels spielten für gewöhnlich fast immer miteinander. Gedankenvoll ging immer wieder ein nachdenklicher Blick nach oben.

Neugierig pirschte sich Lisa an Lenas Zimmertür und öffnete die lautlos.
Ö!
Seit wann spielt Lena mit Puppen?
Noch seltsamer - seit wann spricht sie mit einer solchen?
Und der Überhammer --- sie bekam von der sogar Antworten!

Lisas Augen wurden größer und größer. Unglaublich, was da vor sich ging!
Schon wollte Lieserl nach dem ersten Schrecken die Mama rufen, als Lena sie entdeckte.
"Schnell! Mach die Tür zu und sei um Himmels Willen ja leise!"
So wie Lena das sagte, wagte Lisa nicht den geringsten Ton von sich zu geben.

Einige Augenblicke gewährte Lena ihrer Schwester sich zu erholen und dann begann sie zu erzählen. Um ihre Geschichte zu unterstreichen zeigte sie auf die Einzelteile ihres Hubschraubers.
"... ja, und genau, als ich die letzten beiden Stein ansetzen wollte, plumpste Luna drauf und alles war kaputt, wie du siehst."
"Mich hat sie erwischt und durchs Zimmer gepfeffert. Da, schau nur," beklagte sich Luna und zeigte dabei ihren verletzten Flügel, "Mir hat sie sooo weh getan und nun kann ich nicht mehr fliegen!"



"Aaaajaaaaaa ..." sagte Lisa sehr gedehnt und meinte zu träumen.
"Kapierst du endlich, warum ich Mama und dir davon kein Sterbenswörterl sagen konnte? Ihr beiden hättet mich für völlig meschugge gehalten!" Lena war zufrieden endlich mit jemandem sprechen zu können. Das verringerte zwar nicht das Problem, doch ums Herz herum ward es nun ein bißl leichter. Außerdem, zu zweit läßt sich besser nachdenken!

"Du magst da Recht haben, Mama würde das nie und nimmer glauben!" pflichtete Lisa ihrer Schwester bei.
"Fein, daß ihr beide euch einig seid." meldete sich Luna aufmüfpig zu Wort. "Denkt ihr beiden Hübschen vielleicht auch einmal an mich? Zum Beispiel, daß ich Hunger und Durst haben könnte? Wie ich wieder nach Hause komme?"
"Ach du lieber Himmel!" durchfuhr es Lena, "das kommt noch dazu!"
"Genau!" fauchte Luna. Sie liebte es überhaupt nicht, unbemerkt zu sein.
"Nun sei nicht so bös mit uns. Schau, wir haben niemals ernsthaft gedacht, daß es Feen wahrhaftig gibt. Wir dachten, das seien Märchen oder Hirngespinste unserer Nachbarin, oder so ..." versuchte Lisa die kleine Fee zu beschwichtigen.
"Kann ja alles sein" ließ Luna ein wenig freundlicher gestimmt verlauten, "aber Hunger hab ich trotzdem."
"Und was eßt ihr Feen so?" fragte Lisa und Lena machte sich schon bereit um in der Küche das Gewünschte zu organisieren.
"Blütennektar und kühle Tautropfen liebe ich besonders." Für Luna war es eine Selbstverständlichkeit, daß Derartiges im Haus zu finden gäbe.
"Waaaaaaaaaaaas?" Die Mädchen waren entsetzt. "Kannst du uns bitte erklären, woher wir Nektar und Tau herbringen sollten?"
"Ach, das kennt ihr nicht? Das Beste kennt ihr nicht? ..." nun staunte Luna ihrerseits. "Nun gut, dann feinen Honig in einem Blütenkelch. Oder kennt ihr Menschen das etwa auch nicht?"
Doch, Honig kannten die Kinder selbstverständlich. Die Schwierigkeit war nur, wie konnten sie es anstellen mit dem Honigglas an Mama vorbei zurück ins Lenas Zimmer zu gelangen. Vom Blütenkelch keine Rede!

Die Zwillinge fanden den Ausweg aus dem Dilemma. Wozu waren sie auch zu zweit?
Lisa lenkte geschickt Mama ab, währenddessen Lena sich in die Speisekammer schlich, sich das Honigglas, ein Untertellerchen und einen kleinen Löffel schnappte und eiligst über die Stiege in den ersten Stock huschte.
Geschafft!

Kompliziert wurde es für die kleine Luna von diesem Honig zu naschen. Sie so zart und der klebrige Honig ...
Doch irgendwie gelang es ihren Hunger zu stillen. OK, statt der geforderten Tautropfen gab es nur gewöhnliche Wassertropfen aus dem Badezimmer.
"Eigentlich bin ich selber schuld an dem Malheur," gestand Luna. Mit vollem Bäuchlein wurde sie gutmütiger, einsichtiger. "Unsere Frau Lehrerin warnte davor allein Flugversuche zu starten. Also größere. Kurze Strecken, das lernen wir schon als Babyfeen. Allerdings ... meine Ungeduld ...! Auweh, das gibt ein Theater, wenn ich zurück bin!"

Die Mädels konnten sich das gut vorstellen, wußten sie aus eigener Erfahrung, welches Theater sie erwarten tät. Sie versuchten Luna zu trösten.
"Und wenn wir dir mit 'Tixo' und einem Zahnstocher den Flügel schienen, meinst du, dann könntest du fliegen?" Lena, die praktisch veranlagt war, meinte eine Lösung gefunden zu haben.
"Was ist 'Tixo'?" Luna konnte mit diesem Wort nichts anfangen.
"Na ja, 'Tixo', das ist ein durchsichtiger Streifen mit dem man was ankleben, festkleben, zusammenkleben ... kann." erklärte Lenchen.
Kurzes Schweigen.
"Ich glaube nicht, daß das klug wäre." gab Luna zu bedenken. "Wie ihr sehen könnt, sind meine Flügel sehr zart und dann ... da ist Feenstaub drauf. Wir Feen und auch die Elfen müssen stets bedacht darauf sein, nicht naß zu werden oder gar in die Nähe von pickigen Dingen zu kommen. Nicht nur, daß wir eventuell da nicht wegkämen, wir verlieren schon bei geringster Berührung unseren Hauch Feenstaub. Ohne den können wir nicht mehr fliegen! Oder noch Schlimmeres geschieht mit uns ..."
"Oje!" So vieles war den Zwillingen unbekannt.
Die drei beschlossen, bis Lunas Flügel geheilt sei, könnten sie es sich schön machen. Miteinander spielen oder so?Tröstlich war, daß es draußen regnete und an ein Hinausgehen ohnehin nicht zu denken war.
Mama fiel lediglich auf, daß ihre Schätze für ihren Geschmack viel zu friedlich waren, wie noch nie. Deshalb tat sie nichts, was diesen Frieden hätte stören können. Unheimlich war ihr lediglich, daß selbst die Lieblingssendungen im Fernsehen kein Interesse fanden.

Nach 2 Tagen ging es Lunas Flügel besser. Sachte gelang es ihr sogar schon ein wenig damit zu flattern.
Da plötzlich fiel es Lena wie Schuppen von den Augen.
"Mensch! Daß ich aber nicht daran gedacht habe!"
Luna und Lisa erschraken sichtlich als Lena ohne Vorwarnung aufsprang und ihren Gedanken freien Lauf ließ.
Rasch suchte sie alle Teile ihres verunglückten Hubschraubers zusammen.
"Lisa, du mußt mir helfen." Flugs machten sich die Kinder daran den Hubschrauber zusammenzubauen. Aber etwas schien der Lena nicht ganz zu passen.

Abends, als Papa von seiner Reise zurück kam, mußte der haarklein erklären, wie denn das so sei mit dem Motor, den Batterien und wie man den Hubschrauber steuern kann.
Papa war sehr stolz. Was hatte er doch für technisch begabte Mädchen!
Supergirls!
Stutzig machte ihn allerdings die "Nebenbei-Frage": Papaaaaaa, und wie ist es, wenn man so winzig wäre, daß man da hineinpassen tät ... könnte man dann den Hubi auch selber steuern?"
Armer Papa!
Eben noch war er von seinen technisch begabten Mädels fasziniert und dann ... diese verrückte Frage. Jedoch ... ganz soooo dumm schien ihm die Frage nach kurzer Zeit doch nicht.
Im Gegenteil, diese Sache erweckte sein Interesse total.
Wenn Papas nachdenken, noch dazu, wenn Lego im Spiel ist, dann ... Ja dann wollen sie auch tolles Lego für die Umsetzung benützen. Am nächsten Tag fuhr er also in die Stadt und besorgte sich ein ausgefinkelteres Flugobjekt.
"Also ..." überlegte er, "wenn man das so macht ... und das dann damit verbindet ... und das dahin ..." Papas Eifer kannte keine Grenzen.
Schließlich meinte er: "War eine sehr interessante Sache. Ich denke, ich habe das Problem gelöst. Wenngleich ich keinen kenne, der da wirklich selber drinsitzt und fliegt. Aber rein technisch, wäre das JETZT durchaus möglich!" Er lachte verschmitzt.



'Ach, Papa!' dachten die Mädels, 'wenn du wüßtest!' - und riefen freudestrahlend und erleichtert: "Danke, lieber Papapaaaaaaaa! Du bist der allerbeste!"
Papa war ziemlich geschmeichelt.
(Grins! Werden Eltern so überschwänglich gelobt, dann vergessen sie völlig, sich über sonderbares Kinderverhalten zu wundern oder nachzufragen.)
Aufmerksam lauschten Lena und Lisa Papas Erklärungen - um anschließend eilends hinauf zu verduften.

Am andern Morgen lachte die Sonne. Dies schein ein gutes Omen für ihr Vorhaben zu sein.
Luna ging es sichtlich besser, obgleich sie immer noch nicht hätte selber weit zu fliegen vermocht.
Doch nun gab es da ja den Hubschrauber oder wie immer dieses unheimliche Ding heißen mochte!
Die Gefühle von Lena und Lisa fuhren Achterbahn!

Einerseits - Hurra, sie konnten Luna helfen wieder nach Hause zu kommen ...
Auch - Hurra, weil die Schwindelei bald ein Ende fand. Echt anstrengend ...!
Andererseits - es war eine so unvergeßlich schöne Zeit mit Luna, der kleinen Fee!

Arg schlimm war beiden ums Herz, denn sie durften Luna nicht ein einziges Mal in ihre Arme nehmen, sie lieb haben oder ihr gar ein Bussi geben. Zu leicht hätten sie ungewollt etwas Feenstaub entfernen können!
Die Stunde des Abschieds nahte.
Allen dreien war es schwer ums Herz.
Luna bestieg den Lego-Technic-Hubi. Noch einmal alles genau erklärt und ... Fenster auf ...
Lena hob ihre kleine Freundin samt 'Hubi' aufs Fensterbrett und startete den Motor.
Ein letztes Winken und Bussi-Schicken.
Der Hubschrauber hob ab.
Alles funktionierte, wie Papa es gesagt hatte. Luna drückte den winzigen Hebel nach vorne -
Mit leisem Gebrumme schwebte Luna im 'Hubi' in Richtung Wald.

Mit hängenden Mundwinkeln und Tränen in den Augen fanden die Eltern die Zwillinge vor dem offenen Fenster.
"Was ist denn bloß los mit euch?" fragte Mama ganz besorgt und prüfte mit ihrer Hand die Temperatur der Kinderstirnen.
Da schien alles OK zu sein.
In den nächsten Tagen war es ebenso.
Tollstes Wetter, andere Kinder kamen zum Spielen, herrliche Ausflüge, ... und dann die verheulten G'sichtern!
Es dauerte ziemlich lange, bis die Mädels wieder strahlten und fröhlich waren.

Irgendwann erinnerte sich Papa an den Hubschrauber. Er wollte wissen, was damit sei.
Die Antwort war - man könnte sagen - so um den heißen Brei herum ...
"Für das, daß ihr so wichtig und dringend alles wissen wolltet, ist das jetzt äußerst merkwürdig. Außerdem, ich hab den Hubschrauber seither nicht wieder gesehen." bohrte Papa nach.
"Ach der ..." sagten Lena und Lisa und schauten, daß sie rasch nach draußen entfliehen konnten.
Die Wahrheit über den Verbleib konnten sie nicht sagen und lügen ist eine Sünde.


Und was war mit Luna?
Luna gelang es in der Tat mit dem Lego-Hubschrauber bis nach Hause zu kommen. War das eine Aufregung!
Zunächst waren alle glückselig, daß ihre Luna wohlbehalten daheim war.
Sie wurde geherzt und geküßt, denn Feen untereinander, die dürfen das. Weder die Feeneltern noch die gestrenge Frau Lehrerin schimpften mit ihr.
Hauptsache ihre Luna war zurück.

Danach wollten sie alles über dieses seltsame Ding da erfahren. Noch keine Fee hatte jemals Ähnliches zu Gesicht bekommen.
Da jedoch die Batterien aufgebraucht waren, ließ sich der 'Hubi' nicht mehr in Gang bringen. So verwahrten die Feen das Luna-Zurückbring-Ding, wie sie es nannten, an einem sicheren Ort.

Eines Tages war es soweit.



Mit Luna hatte gemeinsam mit anderen Feenkindern ihre Flugprüfungen für weite Strecken, Kunstfliegen, usw. bestanden. Eigentlich hätte Luna jetzt tollkühn durch Wald und Flur fliegen dürfen. Allein, sie fand keine Freude daran.

Seraphina und Oberon war nicht entgangen, Luna spürte eine tiefe Sehnsucht in sich. Beide meinten zu wissen, woran das lag.
Sie riefen Luna zu sich: "Wir spüren, daß dich die Erinnerung an die beiden Mädchen beschäftigt. Möchtest du sie vielleicht besuchen?"
"Ja!" jubelte Luna, "doch ob sie noch an Feen glauben? Sie mich erkennen?" Ihre Stimme wurde immer leiser.
"Versuche es, dann wirst du es ja sehen."

So machte sich Luna auf den Weg.



Im Garten der Zwillinge angekommen hockte sie sich in den Nußbaum und betrachtete aus sicherer Entfernung die Mädchen.
Ob sie sich noch an sie erinnern werden?

Als außer den Zwillingen keiner weit und breit zu sehen war, schwebte sie sacht herunter, setzte sich Lena auf die Schulter und hauchte ein Bussi auf deren Wange.
Zuerst wollte Lena das wegwischen, jedoch etwas ließ sie innehalten.
Im gleichen Moment blickte Lisa auf und rief erstaunt: "Ich glaub's ja nicht. Da sitzt etwas auf deiner Schulter. Erinnert mich beinahe an unsere Luna."
"Hurra!" jubelte Luna, "ihr habt mich nicht vergessen. Ich habe die Erlaubnis erhalten euch zu besuchen ... Wie geht es euch?"
Die Fragen sprudelten nur so aus ihr heraus.

Ja, es heißt nicht umsonst:
>>Wes Herz voll ist, des Mund geht über! <<

Die drei begaben sich hinter einen Strauch, wo sie ungestört und unbeobachtet miteinander plaudern konnten. Vorsichtshalber wechselte Luna ihre Gestalt. An die Umgebung angepaßt, ließ es sich unbeschwerter plauschen.
Welch glückliche Zeit!
Welch glückliche Herzen!

Irgendwann rief Mama zum Abendessen.
"Ich weiß nicht, ob ich euch wieder einmal als Fee besuchen werde dürfen, doch ich will mich euch in verschiedenen Kräutern, Blumen oder Blüten zu erkennen geben. Denkt an mich besonders bei Basilikum, Gartennelken, Gänseblümchen oder bei einem Apfelbaum. Alles Gute meine Lieben und vergeßt mich nicht."

Diesmal war der Abschied weniger schmerzhaft.
Die drei Freundinnen wußten mit Gewißheit, daß sie einander stets in ihren Herzen tragen werden.

"Bevor ich's vergesse," rief Luna den Mädels im Davonflug noch zu, "Euer beider Feen-Blumen sind die Rosen! Ihr könnt das nachlesen. Rote Rosen für Elisabeth - in Erinnerung an das Rosenwunder der Hl. Elisabeth von Thüringen. Die weiße Rose, liebste Lena, die steht für dich und die Hl. Magdalena. Aus Kummer um das Leid ihres Herrn Jesus Christ wuschen ihre Tränen alles Rot aus den Rosen. Seither werden weiße Rosen Magdalenenrosen genannt!"



Wann immer Lena und Lisa draußen sind - im Garten, auf einer Lichtung, im Wald ... schickten sie mit einem Luftkuß liebe Gedanken hinüber in die Feenwelt.
Werden sie einer sogenannten "Feenpflanze" ansichtig, schlagen ihr Herz rascher.
Und streift sie dann ein leichter Windhauch, sind beide felsenfest sicher: das ist ein Gruß ihrer Luna, die mit anderen Feen tanzt.








18. 4. 2018
@eea


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